„Dorfspaziergang“ in Niedringhausen voller Erfolg

Obwohl der Dorfspaziergang in Niedringhausen aufgrund des Regens nicht wie eigentlich geplant stattfinden konnte, freuten sich Dirk Oermann und Christine Honermeyer über mehr als 50 Teilnehmer an einer weiteren „Zeitreise durch die Oberberger Bauerschaft“.

Aus dem Spaziergang wurde kurzerhand eine Sitzführung in der Friedhofskapelle Niedringhausen, die eigentlicher Startpunkt des Rundganges war. Dirk Oermann hatte eine Präsentation vorbereitet und nun konnte der Spaziergang virtuell stattfinden. Er berichtete über die Geschichte des Friedhofes, des Glockenturmes und der Friedhofskapelle, die genau vor 32 Jahren am 01. November 1987 eingeweiht worden war.

Desweiteren berichtete Alfred Grönemeier zu den Gedenktafeln an die Opfer der beiden Weltkriege, die sich seit 2011 in der Friedhofskapelle befinden.

Danach ging es auf den Heidkamp. Christine Honermeyer, selbst dort ansässig, hat sich viel mit der Geschichte ihrer Straße beschäftigt und veranschaulichte anhand eines selbstentworfenen Modells die Entwicklung der Straße. So befanden sich bis 1881 nur drei Höfe an der Straße. Nach der Versteigerung eines Hofes siedelten sich in den 1880er Jahren sechs neue Familien an, deren Nachfahren alle noch auf dem Heidkamp wohnen. Heute zählt die Straße 18 Wohnhäuser.

Dirk Oermann berichtet, dass die Neue Straße 1931 als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit gebaut wurde. Man wollte den Bewohnern des Heidkampes und denen vom Büschenfelde eine bessere Anbindung an Friedhof (Beendorf) und Kirche bieten. Dieses hatte er aus der Schulchronik Beendorf entnommen.

Es ging weiter an die B239. Hier berichteten Zeitzeugen über ihr Haus und ihre Familie. Wilhelm Stork machte den Anfang und erzählte, dass sein Großvater Mauermeister Heinrich Brinkmann 1907 ein Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Hongsener Weg errichtete. Dort war in den 1920er Jahren auch eine Zigarrenfabrik ansässig und nach der Schließung des Baugeschäfts 1952 wurde von 1957 bis 1972 eine Gemeinschaftsgefrieranlage betrieben. Heute kaum vorstellbar, dass man früher den Sonntagsbraten erst aus der Nachbarschaft holen musste und nicht aus der eigenen Gefriertruhe. Auch berichtete wurde über den Franzosenfriedhof welcher in der Zeit des 7-jährigen Krieges (1756 -1763) seinen Ursprung hat. Bei der späteren Bebauung wurde unter anderem eine Kreuz aus dieser Zeit gefunden.

Herbert Steinkamp berichtete über die Begebenheit, dass ja die eine Seite der heutigen B239 zu Büttendorf gehörte und die andere zu Oberbauerschaft. Hier gab es auch Unstimmigkeiten über die Zugehörigkeit zu den damaligen Kirchengemeinden Oberbauerschaft und Hüllhorst. Und so erhielten die betroffenen Bürger 1988 eine Generaldimissoriale, die erlaubte den Hüllhorster Kirchenmitgliedern bei Amtshandlungen auch die Dienste der Pfarrer in Oberbauerschaft in Anspruch zu nehmen.

Stefan Möller berichtete über die Gastwirtschaft die sein Großvater August Holzmeyer 1963 eröffnet hatte und die seine Eltern noch bis Ende der 1980er betrieben haben. Er bedankte sich bei Dirk Oermann dafür, dass er ihn durch seine Anfrage bei dem Dorfspaziergang etwas zu berichten, ermuntert hat seine Familien- und Gebäudegeschichte aufzuarbeiten. Er bedauerte etwas, die vielen gefundenen Fotos aus der Kneipe, auf denen auch einige Anwesende zusehen seien, nicht mitgebracht zu haben.

Wolfgang Kottmeier hatte einige alte Aufnahmen dabei vom ehemaligen Kolonialwarengeschäft seiner Großeltern und Eltern, welches 1975 geschlossen wurde. Heute befindet sich dort der Friseursalon Buschmann.

Weitere Stationen die beleuchtet wurden waren die Zigarrenfabriken Meyer und Engelke, die Schmiede Schröder heute Autohaus Winkel, die Tankstellen Alhorn und Thüner, die Stellmachereien Hellweg und Maschmeier, die Gastwirtschaft Eversmeier und das Geschäftshaus Wölker, heute Änderungsschneiderei Semercio.

Ein weiteres Thema war auch die Verbreiterung der B239 in den 1970er Jahren, welcher einiger Häuser weichen mussten. Unter anderem der Kotten von Alhorns Piets und der Kotten von Feesmeier. Die beide an der Kreuzung B239/Neue Straße befanden.

Günter Obermeier, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft, bedankte sich für den kurzweiligen und interessanten Nachmittag und gab zu, dass auch er als alteingesessener Oberbauerschafter noch einiges dazugelernt hat, was er bisher nicht wusste.

Dirk Oermann und Christine Honermeyer bedankten sich herzlich bei allen Zeitzeugen, die mit ihren eigenen Erinnerungen den Vortrag sehr bereichert haben und freuen sich auch über die gelungene Mischung Erforschtes zu präsentieren und es mit Zeitzeugenberichten zu ergänzen.

Durch die vielen positiven Reaktionen der Teilnehmer kann die Veranstaltung der Chronikgruppe der Dorfgemeinschaft Oberbauerschaft, zu der auch diese zählt, als voller Erfolg gewertet werden und wird im Frühjahr 2020 fortgesetzt.

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