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Ein ganz besonderes Jubiläum – Hanna Klausing ist seit 50 Jahren Leiterin der Blockflötengruppe

Seit 50 Jahren leitet Hanna Klausing die Blockflötengruppe des Heimatvereins Oberbauerschaft – dieses nicht-alltägliche Jubiläum ist jetzt im Gemeindehaus Oberbauerschaft mit 140 Gästen gefeiert worden.

„50 Jahre Bühne, 50 Jahre Musik und 50 Jahre Dankbarkeit“ – so fasste Hanna Klausing den Anlass für die fröhliche Zusammenkunft zusammen und eröffnete damit den Tag, der nur ein ganz klein bisschen feierlich war, an dem aber viel gefeiert wurde. Denn neben Vertretern der örtlichen Vereine und anderen Ehrengästen waren auch jede Menge Ehemalige gekommen, die einst in der Blockflötengruppe die ersten zaghaften Versuche gemacht hatten, Luft in Musik zu verwandeln, und die den Tag nutzten, Erinnerungen aufzufrischen.

Herzliche Begrüßung: Pfarrerin Kristina Laabs sprach der Jubilarin das Bibelwort 2. Tim 1,7 zu.
Ina Meyer zu Kniendorf und Nora Klockenbrink überreichen Hanna Klausing ein Erinnerungsbuch.

„Ich war auch dabei“, bekannte augenzwinkernd Karin Struckmeyer, die im feierlichen Teil das Wort ergriff und der Jubilarin nicht nur ganz offiziell im Namen des Heimatvereins Glückwünsche überbrachte, sondern auch eine ganz besondere Auszeichnung dabei hatte: die goldene Ehrennadel des Verbands deutscher Freilichtbühnen für besonders engagierte Mitglieder. Denn seit vielen Jahren ist die Blockflötengruppe ein fester Bestandteil des Rahmenprogramms bei den Theaterstücken auf der Kahlen Wart – und damit ist die Freilichtbühne in den Monaten Juni bis August so etwas wie das zweite Zuhause für die Blockflötengruppe und ihre Leiterin.

Karin Struckmeier heftet Hanna Klausing die goldene Ehrennadel des Verbands deutscher Freilichtbühnen an.
Der Vorsitzende des Heimatvereins Oberbauerschaft Reiner Tödtmann und Karin Struckmeyer (zweite Vorsitzende) gatulierten Hanna herzlich.

Vor 60 Jahren, als Hanna Klausing (damals noch Bohlmann) mit ihrer Schwester bei Heinrich Tödtmann, genannt „Onkel Heini“, das Spielen der C-Flöte erlernte, war daran aber noch kein Gedanke. Geprobt wurde in einem Übungsraum oder bei Tödtmann zu Hause. Bis 1980 habe es sogar noch Übungsgeld von 25 Pfennig für jeden gegeben, erinnert sich Hanna Klausing: „Die alten Unterlagen sind noch da. Guckt mal nach, wie reich ihr damals geworden seid“, forderte sie die Ehemaligen zu deren Erheiterung auf.

Im September 1976 starb Heinrich Tödtmann plötzlich während eines Gottesdienstes. Als Gruppenälteste stand die 19jährige Hanna vor einer schwierigen Aufgabe, denn der damalige Vorsitzende des Heimatvereins Willi Hahn bat sie, die Leitung zu übernehmen, damit es weitergehen könne mit der Blockflötengruppe.

Und dank Hanna Klausing ging es dann auch zuverlässig weiter: Seit 50 Jahren sucht sie Noten für neue Stücke heraus (neben Volksliedern und Traditionellem spielt die Gruppe längst auch Modernes aus Film, Musical und Pop-Charts), leitet die Übungsstunden und Auftritte und managt auch gemeinsame Unternehmungen der jungen Musiker, die ganz fest im Jahresablauf verankert sind. Fotos von diesen Veranstaltungen, die im Foyer des Gemeindehauses aufgehängt waren, weckten so manche Erinnerung bei den Beteiligten. Zum Beispiel an einen Ausflug in den Heidepark, bei dem die Gruppe sich eine Ermäßigung beim Eintrittspreis hart erarbeiten musste: „Alle halbe Stunde stand jemand da und sagte: ‚So, jetzt wird gespielt.‘ Und das alles noch bei Regen!“, erzählte Hanna Klausing lachend.

Zu den Auftritten der Blockflötengruppe auf der Kahlen Wart, bei Gottesdiensten und bei Kurkonzerten in Bad Holzhausen ist seit 2002 noch der jährliche Auftritt beim Historischen Markt in Bad Essen hinzugekommen. Auch in Seniorenheimen tritt die Gruppe regelmäßig auf, um die Bewohner musikalisch zu erfreuen.

Aber – ganz wichtig – „nur mit euch“, mit ihren ehemaligen und jetzigen Flötenkindern und deren Eltern, habe das alles überhaupt gelingen können, machte die Jubilarin immer wieder deutlich. „Danke, dass ihr all die Jahre zur Stange gehalten habt.“ Und auch bei der Jubiläumsfeier selbst war die Blockflötengruppe nicht nur musikalisch aktiv, sondern sorgte auch für einen reibungslosen Ablauf, einige Überraschungen für die Geehrte inklusive.

Die Blockflötengruppe, erweitert um einige Ehemalige, unterhält die Zuhörer mit Traditionellem und Modernen.

So lud zum Beispiel Ewald Kröger bei „Herr, dien Lecht lüchet“, einer plattdeutschen Version von „Morning has broken“, zum Mitsingen ein und lobte die „Zähigkeit“ der Geehrten, denn: „Immer wieder neu mit jungen Menschen anzufangen, das ist kein Pappenstiel.“ Außerdem hatten sich einige Ehemalige im Vorfeld mit der Blockflötengruppe getroffen und einige Stücke einstudiert, die sie nun gemeinsam zu Gehör brachten – darunter zum Beispiel die Bond-Filmmusik aus „Skyfall“. Da war die Geehrte erst einmal platt: „Was für eine Überraschung!“ gab sie strahlend zu.

Die Jubilarin Hanna Klausing und die Blockflötengruppe des Heimatvereins Oberbauerschaft.

Um die Zukunft der Gruppe ist ihr bei solchem Einsatz nicht bange. Und so viel an ihr liegt, will sie auch weiter alles dafür tun: Wer bei ihr das Spielen auf der Blockflöte erlernen will, ist herzlich willkommen. „Im September starte ich einen neuen Anfängerkurs.“

Text und Fotos: Familie Klausing

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