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Schätze aus der Chronikgruppe: Der Chausseewärter

Nachdem der Landrat Adolf von der Horst den Weg von Lübbecke nach Oberbauerschaft über das Wiehengebirge Anfang der 1850er Jahre ausbauen ließ, entstand die sogenannte Herforder Chaussee, die Oberbauerschaft von Norden nach Süden durchquert. Seitdem es nun die Chaussee gab, gab es auch die sogenannten Chausseewärter.

Der Beruf entstand Anfang des 18. Jahrhunderts und bestand bis Mitte des 20. Jahrhunderts. Zu den Aufgaben eines Chausseewärters gehörte die Instandhaltung der Fahrbahndecke, die zu dieser Zeit überwiegend aus wassergebundenen Schotter- und Kiesdecken bestand, sowie der angrenzenden Bankette. Hierfür mussten regelmäßig Schäden in der Fahrbahndecke ausgebessert und Unebenheiten, wie sie beispielsweise durch die Räder der Pferdefuhrwerke entstanden, beseitigt werden. Des Weiteren beseitigte er Unrat und Schlamm (so genannter Koth) und sorgte für den reibungslosen Abfluss von Regenwasser. Hierfür musste er regelmäßig die Funktion der seitlichen Straßengräben überprüfen und ggf. nacharbeiten. Neben der Pflege der Bäume, Sträucher und Grünflächen entlang der Chaussee räumte der Chausseewärter im Winter auch den Schnee von der Fahrbahndecke oder brachte Schneezeichen entlang des Weges an. Er hatte in regelmäßigen Abständen die ihm zugeteilte Wegstrecke, die in der Regel 1 bis 1,5 Wegstunden ausmachte, zu kontrollieren. Zu der typischen Ausrüstung eines Chausseewärters gehörte unter anderem der Zweiradkarren, Schaufel und Besen sowie eine Kothkrücke. Vielerorts wohnte der Chausseewärter direkt an der Chaussee.

Und so war es auch in Oberbauerschaft. Der Chausseewärter Friedrich Höfelmeier (1860-1910), gebürtig aus Levern, 1896 in Lübbecke wohnend, kaufte lt. Vertrag vom 01. Januar 1896 ein Grundstück vom Gastwirt auf Horst Höhe Gottlieb Kranz. Am 04. Februar wurde ihm der Bau-Erlaubnisschein vom Amt Hüllhorst erteilt. Ihm wurde erlaubt ein Wohnhaus auf dem gekauften Grundstück zu errichten.Im Januar 1897 ist die Familie dann nach Oberbauerschaft gezogen. Hierzu zählten Friedrich, Anne-Marie geb. Krohn und die Söhne Friedrich (9 Jahre alt) und Wilhelm (fast 4 Jahre alt). Im neuen Haus kamen noch Carl (1897) und Anna (1899) hinzu.

Friedrich Höfelmeier mit seiner Frau Anne-Marie (Foto: Fotosammlung Tenkleve/Höfelmeier)

Bereits 1910 verstarb Friedrich Höfelmeier im Alter von 50 Jahren an Magenkrebs. Sein Sohn Wilhelm (1893-1958) ergriff ebenfalls den Beruf des Chausseewärters und trat somit in die Fußstampfen seines Vaters.

Wilhelm Höfelmeier (4. von links) bei der Arbeit mit Kollegen. Denn die Chausseewärter wurden auch für größere Straßenbaurbeiten zusammengezogen. (Foto: Fotosammlung Tenkleve/Höfelmeier)

Er heiratete am 04. April 1919 Luise Borchard (1893-1945)  aus Oberbauerschaft Nr. 126 (Heute Alter Salzweg 36). Sie hatten drei Söhne und eine Tochter.

Das Haus, Oberbauerschaft Nr. 141, des Chausseewärters Höfelmeier um 1926
Luise Höfelmeier (4. v. links) mit Tochter Lisa auf dem Arm und umrandet von ihren Söhnen Fritz, Wilhelm und Heinrich mit Nachbarn vor dem Haus. Von links: Heinz Lückemeier, Klara Niemann mit Sohn Karlchen, Emma Sudeck, Frieda Picker und Ida Sölter (Foto: Fotosammlung Tenkleve/Höfelmeier)

Nachfahren der Chausseewärter Höfelmeier leben auch noch in Niedringhausen. Das 1896 erbaute Haus fiel in den 1970er Jahren dem Ausbau der B239 zum Opfer.

 

Aber es gab noch weitere Männer in Oberbauerschaft die den Beruf des Chausseewärter ausübten. Die meisten von Ihnen wohnten entlang der heutigen B239:

 

Friedrich Berger (1860-1947), Oberbauerschaft Nr. 107 (heute Am Köpperplatz 22)

Wilhelm Struckmeier (1899-1945) Oberbauerschaft Nr. 107 (heute Am Köpperplatz 22)

Wilhelm Struckmeier (1899-1945) vierter von links mit seinen Kollegen
(Foto: Fotosammlung Honermeyer)

Karl Sudeck (1841-1903) Oberbauerschaft Nr. 128 (heute Birkenweg 1)

Heinrich Lübbert (1864-1939) Oberbauerschaft Nr. 153 (heute Fichtenweg 23)

Friedrich Eimertenbrink (1850-1916) Oberbauerschaft Nr. 135 (heute Niedringhausener Str. 146)

 

Christian Timmermann (1839-1911) Oberbauerschaft Nr. 134 (heute Beendorfer Str. 8)

Mit der Weiterentwicklung des Straßenbaus und dem Anstieg des motorisierten Verkehrs veränderten sich auch die Aufgaben im Bereich der Straßenunterhaltung und im Straßenbetriebsdienst grundlegend. Um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden wurde daher Mitte des 20. Jahrhunderts der Beruf des Straßenwärters geschaffen.

Anmerkung: Kursiver Text aus Wikipedia

Eure Chronikgruppe

Christine Honermeyer und Dirk Oermann

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