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Schätze aus der Chronikgruppe: „Hinter vielen Fotos steht eine Geschichte“ – Teil 4

In der Fotosammlung der Chronikgruppe Oberbauerschaft befinden sich viele Fotos die die Fotografen Carl und Wilhelm Schröder aus Lübbecke über einige Jahrzehnte gemacht haben. In den voherigen Teilen der Serie wurde auf ihr Leben und Wirken zurückgeschaut. Nun wollen wir uns den Fotografien die sie geschaffen haben widmen. Wenn man Familienforschung und Heimatforschung betreibt, spielen Fotos eine wesentliche Rolle. In den letzten Jahren fiel auf Nachfrage öfters der Satz: „Wir haben keine Fotos! Früher wurden doch gar keine gemacht“. Dieses konnte schon widerlegt werden. In Lübbecke war bereits ab 1864 ein Fotograf tätig und ab 1890 die Schröders. Auch waren Wanderfotografen auf dem Land unterwegs und zogen von Dorf zu Dorf. Natürlich spielen Herkunft und Finanzen eine Rolle. Zu Beginn der Ateliers werden hauptsächlich betuchte Bürger in Lübbecke zum Fotografen gegangen sein. Aber später kam der technische Fortschritt auch in der Landbevölkerung in der Umgebung von Lübbecke an. Oft kam es auf die Familie an ob sie dem neuen Medium aufgeschlossen gegenüber waren oder nicht. So gibt es z.B. von der Familie Hoffmann aus Oberbauerschaft sehr viele Fotos die auch schon bis 1880 zurück reichen.

Anna (l.) und Marie Hoffmann aus Oberbauerschaft. Fotografiert um 1897.

Gerade in 1910er Jahren wurden Aufnahmen gemacht, gesammelt und getauscht. Insbesondere nachdem Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Das bezeugen viele Fotos Uniformierter oder von Müttern mir ihren Kindern. Und auch die Hochzeitsfotografie gewann an enormer Popularität.

Anna Hoffmann geb. Möhle mit ihren Kindern Anna, Karl und dem Täufling Marie im Januar 1915. Der Vater stand zu der Zeit im Felde, wie dem Kirchenbucheintrag zu entnehmen ist.

Die Leidenschaft für alte Fotos und Familiengeschicht begann bei Christine bereits vor genau 30 Jahren. Ihr Großvater war verstorben und beim Ordnen seiner Sachen fand sie zwei sehr alte Fotoalben und jede Menge alte Fotografien. Sie war sofort von den alten Aufnahmen fasziniert und fest entschlossen herauszufinden, wer all diese Menschen auf diesen alten wunderschönen Aufnahmen waren. Sie begann Verwandte zu befragen und schnell wurde klar, dass es sich bei den Bildern hauptsächlich um Familienmitglieder der Familie Arning aus Hüllhorst handelte. Aus dieser Familie stammte ihre Urgroßmutter väterlicherseits, Henriette Hellweg.

Henriette Hellweg, geb. Arning. Geboren in Hüllhorst, verheiratet in Oberbauerschaft.

Auch konnten Verwandte und Freundinnen der Urgroßmutter identifiziert werden. Und schon damals kam sie das erste Mal mit dem Fotografen Wilhelm Schröder aus Lübbecke in Berührung. Denn bei einigen Fotos war auf den Umkarton sein Name eingraviert. Über die Jahre hat sie sich immer mal wieder gefragt, wer dieser Fotograf eigentlich war, wo sich das Atelier befand und wie das alles abgelaufen ist. Einige Fragen konnten nun beantwortet werden.

Da das Atelier auch sonntags geöffnet war, kann mach sich vorstellen, dass Christines Uroma Henriette, die in der Zigarrenindustrie beschäftigt war, wahrscheinlich an diesem Tag mit dem Postbus von Hüllhorst nach Lübbecke gefahren ist um sich mit der Familie oder Freundinnen fotografieren zu lassen. Sie waren öfters im Atelier Schröder. Genauso die Familie Hoffmann aus Oberbauerschaft. Über viele Jahre waren sie treue Kunden und haben in der Zeit von 1890-1951 vier Generationen fotografieren lassen.

Karl-Heinz und Christa Hoffmann um 1951. Auf der Rückseite der Stempel vom Atelier Schröder.

Haben Sie auch noch „Photographien“ die eine Geschichte erzählen? Melden Sie sich gerne bei uns….

Eure Chronikgruppe

Christine Honermeyer und Dirk Oermann

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