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Schätze der Chronikgruppe: 50 Jahre Dorfgemeinschaftshaus

Im Dezember 1972 – vor 50 Jahren – wurde das Dorfgemeinschaftshaus Oberbauerschaft eingeweiht.

Zur Historie: Im Jahre 1893 wurde durch die steigenden Schülerzahlen in Oberbauerschaft, nachdem bereits die Volksschule Beendorf von 1878 zehn Jahre später um ein zweites Gebäude (gelegen auf dem heutigen Parkplatz der Christuskirche) erweitert wurde, auch im damaligen Ortsteil Niedringhausen ein Schulgebäude errichtet. Die Volksschule Beendorf war in zwei Gebäuden insgesamt dreiklassig, während die Schule Niedringhausen zweiklassig war. 1926 wurde dann in Niedringhausen ein weiteres Klassenzimmer und – wie die Schulchronik schreibt: „eine Wohnung für einen unverheirateten Lehrer angebaut“.

 

Das so erweiterte Gebäude hat bis heute sein grundsätzliches Erscheinungsbild erhalten und blickt auf eine fast 130-jährige Geschichte zurück.1968 wurde nach 12-jährigem – und weit über die Grenzen des Amtes Hüllhorst hinaus bekannten – Schulstreit diese Schule geschlossen und eine neue zentrale Volksschule eingeweiht: die heutige Grundschule Oberbauerschaft.

Hintergrund zum Schulstreit: die Politiker der damaligen Ortsteile Beendorf und Niedringhausen waren sich nicht einig, ob die jeweiligen Volksschulen bestehen bleiben bzw. erweitert werden sollten, oder aber eine Zentralschule – mit entsprechenden Sportanlagen – errichtet werden sollte.

Während die alte Volksschule Beendorf abgerissen und somit das kirchliche Zentrum entsprechend gestaltet werden konnte, gab es für die leerstehende Volksschule Niedringhausen mehrere Überlegungen für eine Folgenutzung – auch ein Kindergarten war im Gespräch -; letztlich kam es nach einem entsprechenden Umbau 1972 zur Errichtung eines Dorfgemeinschaftshauses. Dieses war das letzte Projekt der selbstständigen Gemeinde Oberbauerschaft. Am 1.1.1973 wurde Oberbauerschaft im Rahmen der Gebietsreform ein Ortsteil in der neuen Gemeinde Hüllhorst.

Nach einem Zeitungsbericht von Karl Maschmeier im Dezember 1972 sollte das Dorfgemeinschaftshaus „Bindeglied zwischen den streitbaren Ortsteilen“ werden.  Denn die Einweihung „fand in schönster Harmonie und fröhlicher Stimmung aus dem ganzen dörflichen Bereich“ statt.

 

Neben der Nutzung für Familienfeiern sollte es auch allen Vereinen für ihre Aktivitäten offenstehen. Aus der Deele wurde ein Aufenthaltsraum für einen noch anzubauenden Schießstand. Die Einweihungsfeier wurde von der Dorfkapelle und dem Gemischten Chor gestaltet. Auch entstand ein eigenes Lied zur Einweihung:

Doch einmal ist der Streit vorbei, es folgt die Tätigkeit.

Von Schule ist das Haus jetzt frei, hat anderen Nutzen heut.

Zwar fehlt hier und da noch ein Stück, das bricht uns allen nicht den Mut.

Was nicht gebaut im Augenblick, wird dann besonders gut.

In diesem Dorfgemeinschaftshaus wird manches noch geschehen.

Viel Freud und Lachen klingt heraus, auch Trauer wird drin gehen.

Drum wünschen wir für arm und reich, für jung und alt vertraut,

fürs ganze Dorf, für alle gleich, ist dieses Haus gebaut.

 

Auch wenn sich der Bedarf für Familienfeiern in den letzten Jahren verändert hat, war das Dorfgemeinschaftshaus und der ehemalige Schießstand regelmäßiger Treffpunkt für Vereinsaktivitäten und Übungslokal für die Dorfkapelle und dem Gemischten Chor. Leider haben auch zwischenzeitliche Überlegungen einer Veräußerung oder anderweitiger Nutzungen den Charakter des Hauses verändert. Eine vollständige Kompensation der Vereinsaktivitäten steht trotz Nutzungen des Gemeindehauses, der Grundschule oder anderer Vereinsräume leider noch aus.

Seit der ersten Flüchtlingswelle 2015 bietet das Haus bei Bedarf, wenn kein ausreichender Wohnraum zur Verfügung steht, Bedürftigen eine Unterkunft und leistet somit aktuell einen humanitären Beitrag.

… 50 Jahre Dorfgemeinschaftshaus – ein stilles Jubiläum

Eure Chronikgruppe

Christine Honermeyer und Dirk Oermann

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