Schätze der Chronikgruppe – Ein Blick in die Schulchronik 1926
Zu Beginn eines jeden Jahres blättern wir in der Oberbauerschafter Schulchronik und blicken zurück auf die Ereignisse vor 100 Jahren:

Im Winter 1925/26 erlebten die Oberbauerschafter eine Arbeitslosigkeit von bisher nicht gekanntem Ausmaße. Die Zahl der Arbeitslosen erreichte nahezu 200. Alle Tage fand die Kontrolle in einem Schulraum statt. Ende Januar kam langsam die Besserung der Arbeitsverhältnisse, doch waren bis in den April hinein Leute ohne Arbeit. Mittel mussten von der Gemeinde aufgewendet werden, um die Arbeitslosenunterstützung zu zahlen. Es wurde der Plan gefasst, eine große Straße durch die „Kahle Wart“ nach Obermehnen zu bauen. Doch blieb es bei dem Plan, da zur Ausführung desselben 75.000 M erforderlich gewesen wären. Allerdings hätte man auf diese Weise die Erwerbslosenfürsorge produktiv gestaltet, doch war die Gemeinde finanziell dazu nicht in der Lage. Im Frühjahr entbrannte auch der Kampf um die Fürstenabfindung. Es war geplant, die Vermögen der früheren Fürsten dem Staat zu übertragen. Am 20.6.26 fand die Abstimmung statt, die ihr Ziel nicht erreichte. In Oberbauerschaft beteiligten sich 167 Stimmberechtigte daran.
Wegen der zunehmenden Gefahren auf den Straßen beschloss der Schulvorstand, bei den Schulen Warnungstafeln für Autofahrer anzubringen. Dieselben tragen die Aufschrift: Achtung, Schule !

Volksschule Niedringhausen mit Anbau (links) nach 1926
Die Regierung trat an die Gemeinde heran mit dem Wunsche, in Niedringhausen ein zweites Klassenzimmer und eine Wohnung für einen unverheirateten Lehrer anzubauen. Nach längeren Verhandlungen beschloss die Gemeinde den Bau, zahlte doch die Regierung einen Zuschuss von ____ M, sodass für die Gemeinde nur noch ____ M zu zahlen blieben (Anmerkung: die Beträge sind nicht nachgetragen worden).
Mit den besten Wünschen für das neue Jahr …
Eure Chronikgruppe
Christine Honermeyer und Dirk Oermann