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Schätze aus der Chronikgruppe: Maurermeister Heinrich Brinkmann

Vor ein paar Tagen fiel mir der Lehrbrief meines Großvaters Martin Hellweg (1928-1995) in die Hände. Er hatte von 1947 bis 1949 eine Lehre zum Maurer absolviert.

Lehrbrief von 1949 von Martin Hellweg

Sein Lehrmeister war der Maurermeister Heinrich Brinkmann in Büttendorf. Heinrich Brinkmann wurde 1880 in Rehmerloh geboren. Auch sein Vater Friedrich Brinkmann (1855-1911) war Maurermeister gewesen. 1883 hatte er die Hofstätte Nr. 30 (heute Heidkamp 50) gekauft und betrieb von dort auch ein Bauunternehmen neben der Tätigkeit als Colon (Landwirt).

Oberbauerschaft Nr. 30

 

Heinrich Brinkmann mit seiner Frau Luise

Im Jahre 1907 beschloss Heinrich Brinkmann ein eigenes Haus zu bauen und erwarb dafür ein Grundstück an der Chaussee nach Herford gehörig zum Ortsteil Büttendorf an der Grenze zu Oberbauerschaft. Das Maurergeschäft zog mit ihm und wurde von da ab aus Büttendorf betrieben. Zeitweise waren in seinem Betrieb 40 Arbeitskräfte beschäftigt, die meisten aus Büttendorf oder dem angrenzenden Oberbauerschaft. In einer offenen Scheune neben dem Wohngebäude wurden vor dem Ersten Weltkrieg Betonplatten, Brunnenringe, Röhren und Steine selbst hergestellt. Später wurde der Schuppen mit Wänden versehen und er diente als Zement- und Gerüstlager. Nach der Aufgabe des Geschäfts 1952 wurde dieses Gebäude in der Zeit von 1957 bis 1972 als Gemeinschaftsgefrieranlage genutzt. Heinrich Brinkmann starb 1957 im Alter von 76 Jahren.

Übrigens befand sich im Wohnhaus in den 1920er Jahren gleichzeitig eine eigenständige Zigarrenfabrik. Sie lief unter dem Namen Brinkmann & Keuling. Das Haus mit der Adresse Büttendorf Nr. 57 befindet sich noch heute an der Ecke B239/Hongsener Weg.

Büttendorf Nr. 57

Ein weiteres Haus neben seinem eigenen, welches Heinrich Brinkmann gebaut hat, ist das Oberbauerschafter Pfarrhaus (heute in Privatbesitz) neben der Christuskirche. Dazu heißt es in der Beendorfer Schulchronik im Jahre 1907:

“Zum 1. April wurde ein Teil westlich der Kapelle von den Schulländereien an die Kirchengemeinde (Lübbecke; Anmerkung der Autorin) abgetreten, um hier eine Hilfspredigerwohnung zu errichten. […] Nachdem der Bau von einem Architekten aus Bielefeld entworfen war, wurde der Bau dem Maurermeister Brinkmann übertragen. […]”

1908 wird folgendes berichtet: “Für die kirchliche Entwicklung war das Jahr 1908 für Oberbauerschaft von großer Bedeutung. Zunächst fand die Ausführung des beschlossenen Pfarrhausbaues statt. Die Baukosten belaufen sich ohne Anfuhr des Materials auf 18.000,00 Mark, von denen 2/3 die Kirchengemeinde Lübbecke und 1/3 die politische Gemeinde Oberbauerschaft übernimmt. […] Das Pfarrhaus wurde am 23. Dez. 1908 (vom Pfarrer August Multhaupt, Anmerkung der Autorin) bezogen.”

Das ehemalige Oberbauerschafter Pfarrhaus

Eure Chronikgruppe: Christine Honermeyer und Dirk Oermann

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